Der Diabetes-Schock

Es gab Anzeichen, immer mal wieder, subtil, aber sie waren da. Und es wurden mehr: juckende Haut, schlechte Wundheilung und jede Nacht zur Toilette…

Wir haben nicht drüber geredet. Männer reden oft nicht so gern über ihre Wehwehchen. Und es waren ja nicht meine Symptome, sondern seine. Als ich eines Morgens im Halbschlaf vor der Toilette in einen kleinen klebrigen Fleck getreten bin war mir plötzlich alles klar – ER HAT DIABETES!

Ich war geschockt und verwirrt, aber honigartiger Urin ist ein glasklares Zeichen. Wie sag ich’s ihm? Wie wird er reagieren?

Augen zu und durch, ich habe ihm meinen Verdacht einfach gesagt, Punkt, fertig, aus! Seine Antwort war noch verwirrender, ja er habe sich das auch schon gedacht…

Mein Partner, Mark, ein immer gesunder Vegetarier, der seit 30 Jahren regelmäßig joggen geht und überhaupt keinen süßen Zahn hat. Wieso um Himmels Willen soll der Diabetes haben?

Also Blutzuckermessgerät gekauft und zum unmöglichsten Zeitpunkt des Tages (18.00 Uhr) gemessen …. shocking … 275 mg/dl (15,3 mmol/l) … Da ich in der Schule, in der ich arbeite, Diabetesbeauftragte bin, wusste ich sofort was das bedeutet.

Also am nächsten Tag zu unserem Hausarzt (der ebenso baff war wie wir) und der hat gleich am nächsten Morgen Blut abgenommen, für ein großes Blutbild. Der Arzt hat ihm ein „mildes“ Medikament aufgeschrieben, um die Bauchspeicheldrüse zu entlasten. Mark ist von einer Apotheke zur anderen gereist, sage und schreibe 7 Apotheken, keine hatte dieses Medikament vorrätig (es war kein außergewöhnliches!). Ich weiß noch genau wie er nach Hause kam und sagte: „Es soll nicht sein! Ich nehme keine Medikamente! Es muss einen anderen Weg geben!“

Da man sich in der heutigen Zeit bei diversen Symptomen ja gleich vertrauensvoll an Tante Google wendet, wussten wir, neben all den Horrorinformationen, dass es da draußen Menschen gibt, die ihre Diabetes mit der wohl offensichtlichsten Waffe schlagen, mit der Ernährung. Kann er das auch? Können wir das auch? Schaffen wir das gemeinsam? Wie geht das? Was machen wir jetzt? … ? …. ? … ? … Aaaaaaaaaaaahhhhhhhhhhhhhh!!!!!!!!!!!!!!……………………….

Die Woche bis zur Besprechung der Laborergebnisse war aufregend, aufregend in jeder gefühlsmäßigen Ausrichtung. Wir haben recherchiert bis wir fast verrückt geworden sind. Und wir haben gelernt, viel gelernt! Und wir haben gefunden wonach wir gesucht haben … und zwar hier happycarb.de bei einer Frau namens Bettina Meiselbach, die ihre Lebensgeschichte mit Diabetes Typ II teilt und vor allem ohne Medikamente.

Sie hat ihre Geschichte in einem Buch verarbeitet, in dem es gleich auch noch die passenden Rezepte gibt. Das sieht nach einem Anfang aus!

Der Laborbericht war niederschmetternd: der Langzeitwert HbA1c (durchschnittlicher Blutzuckerwert der letzten 3 Monate, den kann unser genialer Körper tatsächlich im Blut speichern, ein Wunderwerk!), also Marks Langzeitwert lag bei 11,8 mmol/l, normal wäre <5,6 Millimol pro Liter …. WOW!!!

Jetzt ein Jahr später liegt sein HbA1c bei 6,0, ohne ein einziges Medikament! Unsere Reise beschreibe ich hier in meinem Blog, also am besten FOLGEN klicken und nichts mehr verpassen!

Liebe Grüße, eure Anja

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3 Kommentare zu „Der Diabetes-Schock

Gib deinen ab

  1. Hallo!
    Auch ich sehe das Dilemma des Typ 2 Diabetes und finde es auch klasse, dass Du darüber berichten möchtest! Ich bin immer froh, wenn Patienten gut informiert sind!

    Übrigens gehe ich gerne auf Wünsche des Patienten ein, wenn sie mir sinnvoll erscheine und begründe, wenn ich sie nicht so ideal finde. Und so hält es eigentlich jeder gute Arzt!

    Deshalb habe ich eine Bitte! Propagiere nicht die Eigenbehandlung! Dass es bei Euch so gut geklappt hat, heißt nicht, dass es bei anderen auch so gut klappt! Stell Dir vor, ein Patient landet im diabetischen Koma, weil er keine Medikamente nehmen wollte! Es ist sicher sinnvoller, sich einen guten Arzt zu suchen, dem man vertraut. Mit ihm kann man dann den Weg bei Hinweisen auf Diabetes zusammen gehen. Das heißt ja nicht, dass man, wenn die Werte noch nicht wesentlich erhöht sind, nicht versuchen kann, die Insulinresistenz durch eine anfangs recht strikte (und für manche Menschen schlichtweg deshalb nicht tolerable) ,,Diät“ zu behandeln, die man dann individuell anpasst. Das hängt von vielen Faktoren ab, die man sicherlich nicht über einen Kamm scheren kann! Bei manchen Patienten ist es auch von vornherein klar, dass eine Diät nicht ausreichen wird. Deshalb ist es besser, jemanden an seiner Seite zu haben, der das einschätzen kann! Auch ich als Ärztin (Fachärztin für Innere Medizin und Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, Zusatzausbildung Notfallmedizin), gehe zum Kollegen, wenn ich ein gesundheitliches Problem habe und bespreche das Ganze mit ihm!
    Medikamente können übrigens von jeder Apotheke ohne Probleme bestellt werden!
    ich wünsche Dir viel Spaß und Erfolg mit Deinem tollen Blog und habe Dich übrigens nominiert.
    Alles Liebe, Nessy
    http://www.salutarystyle.com

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    1. Liebe Nessy,

      Vielen für deinen Kommentar. Dem kann ich voll zustimmen. Ich werde das in zukünftgen Posts auch ganz deutlich machen, dass es in jedem Fall einen kompetente ärztliche Begleitung braucht. Die haben wir Gott sei Dank auch.

      Jeder Mensch ist als Individuum auf seiner eigenen Reise und hat demzufolge auch ganz individuelle Bedürfnisse. Ich möchte unsere Reise als Alternative zum landläufigen Umgang erzählen.
      Dann kann sich jeder raus picken was für ihn wahr und richtig ist.

      Ich würde gern deinen tollen Blog über Zucker teilen. Ist das ok für dich?

      Tausend Dank gür die Nominierung!

      Ganz liebe Grüße
      Anja

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